Hallenbad für Füssen

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Bürgermeisterkandidatin Christine Fröhlich will sich für den Bau eines Hallenbades in Füssen einsetzen.
Werden wir ein Land der Nichtschwimmer? Solche oder ähnliche Sätze liest und hört man in den letzten Jahren immer mehr. In den Schulen schlagen die Lehrer Alarm: Immer mehr Kinder und Jugendliche können nicht mehr schwimmen. Trotz der in allen Schularten verpflichtend vorgeschriebene Schwimmunterricht im Rahmen des Basissportunterrichtes für alle Jahrgangsstufen sieht die Realität anders aus. Grund für die Misere ist unter anderem auch der Mangel an geeigneten Schwimmbädern für den Unterricht.

In der als Mittelzentrum ausgewiesene Stadt Füssen (15653 Einwohner. Stand 2018.) gibt es kein Hallenschwimmbad. Die nächste Möglichkeit für Schwimmunterricht bietet das Alpenbad Pfronten (Entfernung ca. 15 km) sowie das ABC-Bad in Nesselwang (Entfernung ca. 25 km). Diese Möglichkeit wird aktuell von den Schulen in nur geringem Ausmaß genutzt, da die Effizienz des Unterrichts aufgrund der Kosten und des Zeitverlustes (An- und Abfahrt, Zeit zum Umkleiden und Duschen) nicht gegeben ist.

Neben den vielen ortsansässigen Schulen mit einer Schülerzahl von rund 3100 SchülerInnen (inkl. Gymnasium Hohenschwangau) melden auch weitere Interessenten Schwimm- und Trainingsbedarf an:
Die am Bundeswehrstandort Füssen rund 1100 stationierten SoldatInnen der Allgäu Kaserne sowie zahlreiche Vereine wie Wasserwacht, TSG- Schwimmabteilung oder Reha-Sportverein. Nicht zu vergessen sind die insgesamt vier Kindergärten und eine KiTa sowie die allgemeine Öffentlichkeit. Viele Jugendliche, Familien mit Kindern und Senior*innen in Füssen wünschen sich wieder ein Schwimmbad. Das haben Umfrageergebnisse und viele persönliche Gespräche gezeigt. Eine besondere Ausgangssituation für Füssen ist auch die geographische Lage mit den vielen Seen in unmittelbarer Umgebung. Die Kulturtechnik Schwimmen sollte gerade in einer solch gewässerreichen Umgebung beherrscht werden. Darüber hinaus haben die Rettungsdienste der Wasserwacht in der Touristenhochburg Seenlandschaft Allgäu sowie Forggenseeschiffahrt eine besondere Bedeutung.   

Die Stadt Füssen hatte sich im vergangenen Jahr mit der Frage eines Schwimmbadneubaus im Rahmen der Sanierung der Grund- und Mittelschule mit Neubau Schulturnhalle beschäftigt. Die Forderung nach einem Lehrschwimmbecken wurde von den Schulleitungen des Schulzentrums Füssen (Grund- und Mittelschule, Realschule, Gymnasium, Berufsschule und Förderschule) an die Stadt Füssen als Sachaufwandsträger der Grund- und Mittelschule herangetragen. Eine grobe Machbarkeitsstudie des Planungsbüros, das für die Generalsanierung der Grund- und Mittelschule verantwortlich zeichnet, beziffert die zusätzlichen Kosten für den Neubau eines Schwimmbades mit einem 8 x 16m Becken auf ca. 5-6 Mio Euro, den laufenden Unterhalt auf 150 -200 Tsd Euro. Ein größeres Schwimmbecken kommt aufgrund von Platzmangel nicht in Frage. Der Landkreis OAL stellt keine Finanzierungshilfen in Aussicht, da er als Träger für diesen Schulausbau nicht zuständig ist.  

Bürgermeisterkandidatin Christine Fröhlich verfolgt nun folgende Vision:
Aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt Füssen stellt ein „Schmalspurentwurf“ eines kleinen Lehrschwimmbeckens in alleiniger Trägerschaft keine nachhaltige Lösung dar.

Vielmehr sollte geprüft werden, ob sich nicht die Bildung eines Zweckverbandes mit den Trägern (Stadt Füssen, Landkreis OAL, Freistaat Bayern und evtl. Vereine) realisieren lässt, der den Bau und Unterhalt eines Hallenschwimmbades übernimmt. Zudem müsste eruiert werden, welche gewöhnlichen und außergewöhnlichen Fördergelder generiert werden können.

Dabei sind folgende Überlegungen anzustellen:

  1. Die Fokussierung ist auf ein Sportbad mit 25m –Bahnen inkl. Hubboden zu richten
  2. Priorität haben Schulen/Vereine zzgl. Öffentliche Nutzung mit einem rein funktionalen Angebot (Klassifizierung als „Lehrschwimmbecken“)
  3. Das Angebot und die Betriebsorganisation beschränken sich auf die Abdeckung der Schul- und Vereinsversorgung, die darüber hinaus entstehenden Öffnungszeiten können den öffentlichen Nutzern zur Verfügung gestellt werden.
  4. Für die Lage des Sporthallenbades sind verschiedene Standorte zu prüfen:
    In unmittelbarer Nähe des Schulzentrums, evtl. bei der Realschule oder auch beim Eisstadion. Hier könnten Synergien (Nutzung der Abwärme) ein Vorteil sein. Das Bundesleistungszentrum (BLZ) für Eishockey und Curling ist u.U. auch an Trainingsmöglichkeiten interessiert.
  5. Folgende Förderzwecke bzw. Generierung von Fördergeldern sind zu prüfen:
    EU:
    Internationale Mannschaften im BLZ könnten die Schwimmhalle zum allgemeinen Training nutzen. Nähe zu Österreich: Grund- und Mittelschule Vils/Tirol käme evtl. als Nutzer in Frage.
    Bund:
    Bundeswehrstandort, Bundesleistungszentrum (BLZ) für Eishockey und Curling  (Träger: Bund 30% / Freistaat Bayern 20% / Stadt Füssen 50%).
    Freistaat Bayern:
    Träger des Staatl. Gymnasiums Hohenschwangau, BLZ
    Förderung kommunaler Sportstätten (FAG)
    Landkreis OAL:
    Träger des Gymnasiums Füssen, der Realschule Füssen, der Förderschule und der Berufsschule Füssen
    Stadt Füssen:
    Träger von Grund- und Mittelschule, Kita
    Diverse Vereine:
    Schwimmvereine- und Schwimmschulen, Wasserwacht, DLRG, Reha-Sport u.a.
  6. Verschiedene Träger sollen einen Zweckverband gründen, der für den Bau und späteren Unterhalt zuständig ist.
  7. Eine realistische Kostenschätzung (Machbarkeitsstudie) muss noch erstellt werden

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