Fast 60 Zuschauer in der Stadtratssitzung

Stadtratssitzungen locken auch mal viele Besucher, wenn es um interessante Themen geht.
Vor allem junges Publikum wollte sich die Debatte des Stadtrates am 29. November 2016 anhören, in der es u.a. um die Entscheidung für oder gegen den geplanten Skate- und Funpark ging. Die Initiatoren Thomas Scheibel und Stefan Splitgerber (Jufo-Haus) warben in einem leidenschaftlichen Vortrag für dieses Projekt, das mit Gesamtkosten von ca. 295.000 Euro (netto) veranschlagt wird und für das die Stadt nun neben Spenden (aktuell 30.000 Euro)  und evtl. Fördergeldern (geplant: Zusammenarbeit mit Vils/Außerfern um eine europäische Förderung zu erhalten) Mittel bereitstellen soll. Thomas Scheibel malte ein negatives Bild von einer Stadt Füssen, die für Jugendliche und jung Gebliebene kein attraktives Freizeitangebot bietet. Mit Statisten belegte er, dass Füssen gnadenlos überaltert ist und kritisierte, dass die Stadt zu wenig unternimmt, um junge Menschen in Füssen zu halten. Das brachte Stadträtin Ilona Deckwerth (SPD) auf den Plan, die in der anschließenden Debatte von den Initiatoren des Projekts eine höhere Sensibilität für Senioren bei ihrer Begründung und ein Miteinander der Generationen einforderte. Stadtrat Jürgen Doser (FWF) dagegen fand dieses „Schwarz-Weiß“ nicht zielführend und lobte die Jugend für ihr Engagement. Er nannte die Initiative ein echtes Bürgerprojekt und ein Beispiel dafür, dass man Politik aktiv gestalten kann. Stadtrat Lothar Schaffrath (SPD) verwies im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Kindergartens auf die zukünftige Zielgruppe für den Skaterpark. Auch Stadtrat Heinz Hipp (CSU) war voll des Lobes, doch dürfe man die Finanzierung nicht aus den Augen verlieren. Diese müsse gesichert sein. Vor allem drängte Stadträtin Dr. Anni Derday (FWF) jetzt auf eine schnelle Umsetzung. Bereits vor einem Jahr, am 17. November 2015, sei im Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales ein Beschluss gefallen, dass dieses Projekt gefördert werden soll. Nichts sei seitdem seitens der Verwaltung geschehen, z.B. sich um Fördermöglichkeiten zu kümmern. Das sei 1 Jahr verlorene Zeit. Auch Stadträtin Dagmar Rothemund pflichtete ihr bei und erinnerte an Wahlversprechen, die man jetzt auch einlösen müsste.
Einstimmig wurde anschließend der Beschluss gefasst, dieses Projekt seitens der Stadt Füssen zu unterstützen. Originalformulierung: “Die Stadt begrüßt….” Über die Höhe muss erst beschieden werden, nachdem die Fördermöglichkeiten ausgelotet wurden. Die Verwaltung wurde entsprechend beauftragt.
Fazit: Dies war eigentlich ein wachsweicher Beschluss, der noch keine Entscheidung über Höhe und Zeitplan beinhaltet! Eigentlich auch kein definitives “Ja”.
Nach großem Beifall leerten sich (leider) die Stühle der Zuschauer.
Über die anderen Tagesordnungspunkte folgen weitere Berichte.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.