Magnuspark: Fristverlängerung erreicht

Eigentlich sollte bis 31. Juli 2017 der unter Denkmalschutz stehende und ohne Baugenehmigung zugeschüttete und verrohrte Mühlbach teilweise wieder freigelegt werden. Diese Auflage  bekam die Fa. Glass als Eigentümer des ehemaligen Hanfwerke-Areals (Magnuspark) vom Landratsamt Ostallgäu, das auch für Denkmalschutz verantwortlich ist.
Nun – kurz vor Ablauf dieser Frist – soll ein noch zu entwickelndes Gesamtkonzept für das ganze Areal einen Aufschub ermöglichen. „ Eine Fristverlängerung wird vom Landratsamt nur akzeptiert, wenn für das Gesamtgelände ein Konzept erarbeitet wird und erste planerische Schritte in die Wege geleitet werden. Darüber hinaus wäre es sinnvoll, dieses gesamte Areal in ISEK (Anm. d. Verf.: Integriertes Stadtentwicklungskonzept) zu integrieren, um Förderungen zu erhalten.“ betonte  Bürgermeister Paul Iacob (SPD) in der vergangenen Stadtratssitzung am Dienstag, den 25. Juli 2017.
Wie ein solches Gesamtkonzept aussehen könnte, erläuterte der seit Mai diesen Jahres (Die Problematik ist seit April 2016 bekannt!) von der Fa. Glass beauftragte Architekt Herr Thomas Meusburger, vom Architekturbüro „f64architekten“, aus Kempten. In seinem Vortrag  „ Strukturkonzept Magnuspark Füssen“ spannte Herr Thomas Meusburger einen weiten Bogen vom Planungsumgriff, der die ganze Insel bis in den Lech hinein umfasst, über die historische Entwicklung des Hanfwerke-Areals mit seinen Gebäuden bis hin zur Chronologie der Investitionsmaßnahmen für die Sanierung zur Bestandssicherung durch die Fa. Glass. Im weiteren Verlauf wurde ein Strukturkonzept grob skizziert, das für das gesamte Areal drei Teilgebiete umfassen soll: Wohnen, Mischnutzung und Gewerbe. Bei der Entwicklung des Wohnungsbaus wurde die Darstellung etwas konkreter: Ziel sei die Einbindung von Lech und Mühlbach, die Erschließung des Quartiers und eine Entzerrung der Verkehrsströme. Dazu wurden mehrere bauliche Varianten für die Führung von Rad- und Fußwegen, dem Hauptverkehr sowie die zentrale Zufahrt vorgestellt. Auf die in den Entwürfen eingezeichneten 3 geplanten Blöcke mit Wohnbebauung wurde nicht näher eingegangen. Am Ende wurde ein straffer Zeitplan vorgestellt, der einen städtebaulichen Rahmenplan, die Entwicklung eines Bebauungsplans sowie vorgezogene Maßnahmen für die Planung der Zufahrt vorsieht. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) fasste noch einmal zusammen: „ Es geht in diesem Beschluss darum, zu signalisieren, dass wir als Stadt Füssen über den Sachstand informiert sind und den vorgeschlagenen Weg unter Einbindung in das ISEK-Programm weitergehen wollen.“ Stadträtin Ursula Lax (CSU) wollte noch wissen, ob man sich jetzt mit dem Beschluss rechtlich binde und bei einem späteren eventuellen Rückzug oder Ausstieg aus dem Projekt Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden könnten.
Bürgermeister Paul Iacob (SPD) bestätigte, dass jederzeit ein Ausstieg ohne Konsequenzen möglich sei. Stadtrat Andreas Ullrich (FWF) begrüßte grundsätzlich das Engagement des Investors und die Möglichkeit einer Förderung durch ISEK, forderte aber eine Klärung darüber, wer seitens der Stadt Füssen bei der Entwicklung mit „am Tisch sitzt“.
Einstimmig beschlossen wurde die vorgestellte Vorgehensweise und die Einleitung der entsprechenden Schritte. (20:0)
Nicht anwesend waren: Stadträtin Ilona Deckwerth (SPD) sowie die Stadträte Michael Schmück (CSU), Jürgen Doser (FWF), Georg Waldmann (SPD) und Dr. Martin Metzger (BFF).

Zur Ergänzung:
Das Thema Magnuspark war auch Gegenstand bei der Bürgerinformation der Freien Wähler Füssen (FWF) am Donnerstag, den 20. Juli 2017. Stadtrat Jürgen Doser (FWF) stellte dazu fest: „ Es ist zu begrüßen, dass etwas in Bewegung gerät. Allerdings müssen wir darauf achten, dass auf diesem für die Stadt so wichtigem Areal, ein gutes städtebauliches Gesamtkonzept entwickelt wird und nicht nur verdichteter Wohnraum entsteht, der rein dem Ziel der Gewinnmaximierung folgt.“ Auch Stadtrat Magnus Peresson (UBL) war anwesend und ergänzte: „ Es bleibt zu hoffen, dass jetzt im Magnuspark wirklich etwas Gutes entwickelt und verwirklicht wird und das Ganze nicht nur ein Feigenblatt ist, um eine Fristverlängerung für die Mühlbachfreilegung zu erwirken.“

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