Aus der Traum vom Baum

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Die Linde an der Lechhalde am Vorplatz beim sanierten EWR Gebäude soll nach einem Beschluss des Bauausschusses gefällt werden, um eine Neugestaltung dieses Bereiches zu ermöglichen.
In der Sitzung am 4. Juli 2017 waren anwesend: Die Stadträtinnen Frau Uschi Lax (CSU), Frau Dr. Anni Derday (FWF), Frau Dagmar Rothemund (SPD) und Frau Brigitte Riedlbauer (SPD) sowie die Stadträte Herr Michael Jakob (CSU), Herr Dr. Christoph Böhm (CSU), Herr Magnus Peresson (UBL), Herr Bernhard Eggensberger (FÜS-Land) sowie Herr Lothar Schaffrath (SPD).
Nur 1 Gegenstimme gab es: Herr Dr. Christoph Böhm (CSU) versuchte vergeblich, das Gremium davon zu überzeugen, den Baum zu erhalten.
Die Diskussion um den Baum wurde zum Teil sehr emotional geführt und zeugte von wenig Verständnis für eine nachhaltige Stadtentwicklung.  Bäume in der Stadt sind Ausdruck für Lebensqualität. Sie prägen das Bild der Straßen und Stadtteile. Ebenso wichtig sind ihre ökologische Funktion und ihre Bedeutung für das Stadtklima.
Mag sein, dass „man früher nicht auf die Idee gekommen wäre, dort einen Baum zu pflanzen.“
– wie Museumsleiter Dr. Anton Englert zitiert wurde – : Dieses „Baumfreie-Altstadt-Argument“
ist nach Meinung der Baumfreunde Füssen aufgrund der veränderten Umweltsituation und des neuen Umweltbewusstseins nicht mehr stichhaltig.
Mag sein, dass – wie Stadtrat Michael Jakob (CSU) betonte- er als Neu-Alt-Spitalgässler keine Bäume in dieser Gasse brauche und sie nur Dreck machten: Beurteilen Sie selbst – verehrter Leser – nachfolgende Bilder der Spitalgasse mit Bäumen.
Stadtrat Michael Jakob (CSU): „Man sieht vor lauter Bäumen die Wahrheit nicht mehr!“

„Die Linde ist zu groß und die Sichtachse von der Lechhalde zur Spitalkirche ist versperrt.“
bemerkte Stadtrat Lothar Schaffrath (SPD) und war damit gleicher Meinung wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD), der meinte: „Wir sollten zeigen, was wir haben!“
Der freie Blick auf die historische Spitalkirche mit ihrer „bekanntesten Fassade im Allgäu“ war das Hauptargument gegen den Erhalt des störenden Lindenbaums. Ökologische Gesichtspunkte und Argumente für mehr Lebensqualität im Sinne grüner Inseln in einer Stadt
waren nicht im Fokus. Um Füssen herum gäbe es genug Bäume und dieser eine Baum zähle nichts im Vergleich zu den riesigen Mengen an gerodeten Tropenhölzern in Übersee, betonte der Rathauschef. Im Übrigen gäbe es noch nie so viel Wald und so viele Bäume um Füssen herum, wie in der jetzigen Zeit. „Auf dem Kalvarienberg stand früher nicht ein einziger Baum.“ so der Bürgermeister. Keine Wortmeldung zum Schicksal der Linde kam von Stadtrat Magnus Peresson (UBL), der auch Vorsitzender des Historischen Vereins Alt Füssen ist. Vielleicht wollte er sich nicht äußern, da er bei der Umgestaltung des Vorplatzes planerisch beteiligt ist.
Aufhorchen ließ eine Bemerkung von Bauamtsleiter Armin Angeringer, der eine Unterschriftenliste mit über 200 Unterschriften zum Erhalt der Linde – vorgelegt von den Baumfreunden Füssen – kritisch beurteilte. Nur 81 Einheimische gegenüber 125 Auswärtigen
hätten unterschrieben. “ Diese Tatsache müsste man entsprechend würdigen.“ Welche Rückschlüsse kann man da wohl ziehen? Das überlasse ich gerne meinen Lesern.
Mag sein, es geht hier „nur“ um einen Baum – oder einen Traum?

 

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