Fun- und Skatepark mit Weitsicht planen

Er soll verwirklicht werden: Für den  geplanten Fun- und Skatepark  im Weidach werden von der
Stadt Füssen für das nächste Jahr 405 000 Euro an Haushaltsmitteln für den Bau bereitgestellt.
Knapp die Hälfte davon sollen als Fördergelder zurückfließen. Das berichtete die Allgäuer Zeitung am 3. Juni 2017 in ihrem Artikel “ Geld für Skate- und Bikepark steht bereit.“ Eine unendliche Geschichte – schon „seit den achtziger Jahren wünschen sich Skater in Füssen einen öffentlichen Platz, um ihre Sportart ausüben zu können“  (Vgl. Kreisbote v. 25. 07. 2016) – scheint ihr Ende zu finden. Denn es gilt: Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Der Füssener Bauunternehmer und Initiator des Funpark-Projekts, Thomas Scheibel, hat mit seinem Einsatz bewiesen, dass sich Bürgerengagement lohnt. Unermüdlich rührt er zusammen mit Stefan Splitgerber vom Jugendhaus die Werbetrommel und hat schon zahlreiche Sponsoren gefunden. Viele (Spenden-) Aktionen in der Stadt bringen das Thema ins Bewusstsein der Bevölkerung. Die breite Basis der Zustimmung hat auch die Stadtverwaltung und den Stadtrat überzeugt. Dass die Stadt dieses umfangreiche Freizeitprojekt insbesondere für junge Menschen unterstützt und mitfinanziert, ist grundsätzlich zu begrüßen.

Aber die klamme Haushaltslage der Stadt erfordert eine Planung mit Weitsicht. Dazu gehört eine realistische Einschätzung der Projekt- wie auch der Folgekosten.
Nachdem im Juli 2016 (vgl. Kreisbote v. 25.07. 2016)  noch von geschätzten 300.000 Euro Gesamtkosten die Rede war, ist diese Summe aktuell auf  470.000 Euro gestiegen, weil u.a. neben dem Skaterplatz noch ein sog. Pumptrack entstehen soll. Nur  durch diesen bekommt das Projekt eine überregionale Bedeutung und könnte mit EU-Fördermitteln bezuschusst werden. Aus der Nettosumme von knapp 395.000 Euro sollen 50% oder 197.500 Euro (max. sind 200.000 Euro möglich) von der Leader-Förderung beglichen werden, die noch nicht gesichert ist. Vorausgesetzt, dass diese Fördergelder bewilligt werden, beträgt der Eigenanteil der Kommune dann abzüglich der bereits eingegangenen Spendengelder von ca. 56.000 Euro und der Beteiligung des Zweckverbands Allgäuer Land (ZvAL) von 20.000 Euro noch knapp 200.000 Euro. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass in der Beteiligung des ZvAL 7.000 Euro von der Stadt Füssen (35% Anteil) stecken. Die Haushaltsmittel in Höhe von 405.000 Euro für das Jahr 2018 wurden vorsorglich eingeplant, da die Stadt Füssen bis zur endgültigen Bereitstellung der Fördermittel in Vorleistung gehen muss und der Zeitplan nicht gefährdet werden soll.
Aber mit der Errichtung des Fun- und Skateparks allein ist das finanzielle Engagement der Stadt Füssen für das Gesamtprojekt „Freizeitanlagen Weidach“ nicht hinreichend beziffert.
Zunächst muss betont werden, dass im Vorfeld ein Grundstückstausch wie auch Grundstücksankäufe erfolgt sind. Über die Größenordnung dieser Investition gibt es keine Aussagen – insgesamt eine Fläche von 14.475 m2.  Abgesehen davon, dass schon einmal jährliche Mietkosten für die Anmietung eines Toiletten-Containers von 5.000 Euro genannt werden, gibt es noch keine veröffentlichte Kalkulation für die jährlich anfallenden Unterhaltskosten, die die Stadt als Träger zu leisten hat.
Und was ist mit den 30.000 Euro von Herrn Kreuzhagen (Käufer des Kurhaus-Areals), die laut Bürgermeister Paul Iacob (vgl. Protokoll der Stadtratssitzung v. 29. 11. 2016) für den geplanten Spielplatz im Weidach zur Verfügung stehen? Diese wurden wohl – da bis jetzt nicht gebraucht – für die Sanierung der maroden Spielgeräte des Kindergartens Sternschnuppe im Haushalt umgeschichtet. Denn die ursprünglich für den Kindergarten Sternschnuppe eingestellten Haushaltsmittel in Höhe von 40.000 Euro „waren plötzlich weg“. (vgl. Allgäuer Zeitung v. 30. 05. 2017″ Vorerst ausgespielt“). Was heißt: Für den Spielplatz im Weidach stehen aktuell keine Gelder zur Verfügung.
Im Rahmen des geplanten Gesamtkonzepts „Sportpark“ steht auch mittelfristig die Ansiedlung des Jugendhauses zur Debatte und die Neuanlage eines Baseball-Areals wie auch ein Kunstrasenplatz für die Fußballer. (Siehe Übersicht!) Für die Finanzierung und den Unterhalt der letztgenannten beiden Projekte sind zwar die Vereine FC Füssen und Royal Bavarians zuständig, aber auch von dieser Seite werden Zuschüsse von der Stadt Füssen erwartet. Und auch die Turnhalle am Schwedenweg bedarf dringend einer Sanierung. Zu guter Letzt muss in diesem Zusammenhang über eine entsprechende Infrastruktur und Verkehrsanbindung nachgedacht werden. Wird eine Verlegung des bestehenden Fuß- und Radwegs nötig? Sind genügend Parkplätze vorhanden? Wie erfolgt eine Anlieferung für das geplante Jugendhaus? Und tangiert das alles eventuell das Ziel „Umgehungsstraße“ in weiter Zukunft?
Fazit: Auf die Stadt Füssen kommen mit dem geplanten Fun- und Skatepark und weiterer Anlagen womöglich mehr Kosten zu als aktuell kalkuliert. Deshalb ist besondere Sorgfalt im Hinblick auf die Finanzierung geboten. Umso mehr wäre es wünschenswert, wenn aus der Bevölkerung noch zahlreiche Spenden für dieses Projekt eingehen würden.
Wer den Fun- und Skatepark unterstützen möchte, kann einen Zuschuss auf das Spendenkonto IBAN: DE20 7335 0000 0000 0000 18, BIC: BYLADEM1ALG, Verwendungszweck: „Funpark Füssen“ mit Angabe der Adresse überweisen. Falls die Spende anonym bleiben soll, sollte das vermerkt werden.

 

 

 

Ein Kommentar zu “Fun- und Skatepark mit Weitsicht planen

  1. Jürgen Brecht

    In Juli 2016 gab sich der Hauptverwaltungs-, Finanzen und Personalausschuss eine Regelung zum Umgang mit Spenden an die Stadt:

    https://www.stadt-fuessen.de/fileadmin/1_Homepage_neu/Stadtrat/Niederschriften_2016/20160712_HFP_Internet.pdf

    Der Normalfall ist die Behandlung der Spende in nichtöffentlicher Sitzung. Wenn der Spender aber auf die Anwendung seines Persönlichkeitsrechtes der Geheimhaltung verzichtet, so kommt diese Spende in die öffentliche Sitzung.

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