Barrierefreiheit am Bahnhofsvorplatz

Aufgrund anhaltender Kritik an der barrierefreien Gestaltung insbesondere der Überquerungsstellen am neuen Füssener Bahnhofsvorplatz fand am Montag, den 19. Dezember 2016 ein Ortstermin statt. Anwesend waren Herr 1. Bürgermeister Paul Iacob (SPD), die Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung, Frau Stadträtin Dagmar Rothemund (SPD), zwei Mitarbeiter aus der Verwaltung (Bauamt), die Behindertenbeauftragte des Landkreises Ostallgäu und der Stadt Marktoberdorf, Frau Waltraud Joa, Frau Brigitte Schröder und ein Kollege als Vertreter der Fa. Hubert Schmid (Bauunternehmen), Pressevertreter sowie eine kleine Gruppe Bürgerinnen und Bürger als betroffene Behinderte und Interessierte.
Die Begehung, Diskussion und Information hatte am Ende folgendes Resultat:
Der barrierefreie Ausbau erfüllt die Normen zur Barrierefreiheit zum Norden (Landratsamt) und zum Osten (Post) mit noch zu erfolgenden kleineren Nachbesserungen.
Zum Süden hin könnte eventuell – nachdem die Planung und Fertigstellung des zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) noch aussteht – an dem bereits fertig gestellten Gehsteig nachträglich und übergangsweise eine Absenkung auf einer Breite von ca. 1,50m auf Höhe schräg gegenüber dem Freybergparkweg gebaut werden. (Die Information bzgl. der Nachbesserung im Süden ist aus 2. Hand und konnte noch nicht verifiziert werden. Insbesondere ist dies auch eine Forderung von betroffenen Füssener Bürgerinnen und Bürger, die sich in Zukunft als „Interessensgemeinschaft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität“ engagieren wollen.)
Vor allem die Überquerungsstelle in Richtung Post war in der Kritik gestanden. Hätte man den Bürgern vielleicht im Vorfeld besser erklärt, warum der Ausbau in dieser Art und Weise erfolgte, hätte man viel Wind aus den Segeln nehmen können.
Wichtig ist zu wissen, dass der barrierefreie Ausbau nicht nur Geh- sondern auch Blinde bzw. Sehbehinderte berücksichtigen muss und dass es dazu eine verbindliche Norm  DIN 18040-3 (seit  Nov. 2014 in Kraft) gibt, die das barrierefreie Bauen für öffentliche Verkehrs- u. Freiräume regelt. Mehr dazu finden Sie unter http://nullbarriere.de/din18040-3.htm
Insbesondere die „nur“ 1m breite Null-Absenkung und der 6cm hohe Bordstein sind regelgerecht. Andere Lösungen wären Kompromisse und würden weitere Sicherungsmaßnahmen erfordern. Auch die örtliche Lage der Absenkung wurde bewusst gewählt, da an einer anderen Stelle das (Quer-)Gefälle der Straße nicht den Vorschriften genügt (7,5% statt erlaubte 2,5%).
Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass die derzeitige unbefriedigende Situation vor der Post
durch weitere bereits beschlossene Baumaßnahmen verbessert wird (Aufmerksamkeitsfläche auf der Fahrbahn als Querungshilfe, Absenkungen beim Gehsteig auf der Postseite,
Geschwindigkeitsbeschränkung auf 10km/h).
Mein Fazit: Bessere Kommunikation und Aufklärung ist nötig. Nachbesserungen verursachen zusätzliche Kosten und sollten durch vorausschauende Planung vermieden werden.

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